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Alfred Elste / Wilhelm Wadl


Titos langer Schatten

Bomben- und Geheimdienstterror im Kärnten der 1970er Jahre

Unter Mitarbeit von Hanzi Filipič und Josef Lausegger


832 Seiten, 122 Abbildungen, Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2015

ISBN 978-3-900531-97-3

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Titos langer Schatten

In den 1970er Jahren war Kärnten geprägt von einem ethnischen Konflikt, bei dem es zu massenhaften Sachbeschädigungen gegenüber öffentlichen Einrichtungen und privatem Eigentum kam. Untergrundgruppen verübten, teilweise mit aktiver Unterstützung des jugoslawischen Geheimdienstes, 19 politisch motivierte Sprengstoffanschläge. Agents provocateurs verfolgten eine Strategie der Spannung und erzeugten ein Klima der Angst. In Kärnten sollten bürgerkriegsähnliche Unruhen provoziert werden, um einen Vorwand für ein bewaffnetes Einschreiten zu konstruieren. Zahlreiche Österreicher waren in das nachrichtendienstliche Netzwerk der UDBA eingebunden und lieferten jahrelang unbehelligt Informationen aus sensiblen Bereichen der Exekutive und des Heeres. Dadurch wurde die Aufklärungsarbeit der Sicherheitsbehörden unterlaufen, die zudem von der Politik behindert wurde, weil man die vermeintlich guten Beziehungen zu Jugoslawien nicht gefährden wollte.

Durch die Auswertung umfangreicher, bislang nicht zugänglicher Quellenbestände wurde deutlich, wie gleitend die Grenze zwischen Verbalradikalismus und Terrorismus war und wie sehr der ethnische Konflikt in Kärnten von außen gesteuert und befeuert wurde.